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Hermann Klas, Pilgerbegleiter
Als IT-Architekt arbeitet Hermann Klas aus Wunstorf in einem anspruchsvollen Beruf. Er ist vertraut mit den Anforderungen an Qualität, Zeitdruck und Präzision. Zu seinen Aufgaben gehören, Abläufe in Firmen und Verwaltungen zu digitalisieren, zu optimieren und Lösungskonzepte in einem Bereich zu entwickeln, der sich rasend schnell verändert und expandiert. Hermann Klas verfügt über eine enorme Kreativität und Sozialkompetenz. Er steht „mit beiden Beinen“ im Leben.
Es mag aus seiner Berufserfahrung geboren sein: Seit einigen Jahren lädt er zu einem außergewöhnlichen Angebot ein: „Einzelpilgern für Manager“. Hermann Klas geht mit einer Person auf den Weg. Er versteht sich nicht als Seelsorger oder Therapeut. Er ist eher wie ein freundschaftlicher Begleiter, einer, der aufmerksam zuhört, der sich auf die Themen der Menschen einlassen kann, einer, der ein hohes Maß an Empathie besitzt. Das Angebot wird gerne angenommen. Das Bett in einer Pilgerherberge wird dabei auch schon mal durch ein Hotelbett ersetzt.
Wie hat Hermann Klas einen Zugang zum Pilgern bekommen? Zuerst war es der Gesprächskreis für Männer in seiner evangelischen Kirchengemeinde, mit dem er unterwegs war! In der Natur unterwegs sein, sich bewegen, frische Luft einatmen, auf dem Weg ins Gespräch kommen, das passte gut zu ihm. Das Miteinander war intensiver als am Tisch im Gemeindehaus, die Atmosphäre locker.
Es passte auch gut, dass die Evangelische Landeskirche in regelmäßigen Abständen Ausbildungskurse mit dem Ziel Pilgerbegleiter angeboten hat. Hermann Klas fühlte sich spontan angesprochen.
Die einjährige Ausbildung beinhaltete mehrere Wochenenden, jeweils in einem der großen Klöster auf dem Weg, auf dem man gemeinsam mit den Pilger*innen geht. Die Erfahrungen auf dem Weg wurden intensiv reflektiert, vor- und nachbereitet. Learning by doing sozusagen!
Pilgern für Manager
Wer geht mit Begleitung pilgern? Es sind Einzelpersonen, Paare, Freunde, private Gruppen, Vereine, Kirchengemeinden. Das ist ganz vielfältig. Nicht alle Pilger*innen sind gläubig oder religiös geprägt, sie möchten mal raus aus dem Alltag, runterfahren, den Kopf frei bekommen, die Landschaft genießen. – Mancher fragt: Lebe ich mein Leben, wie ich es mir vorgestellt habe? Kann ich mir noch etwas anderes vorstellen? Gibt es so etwas wie Geborgensein in etwas Größerem?
Die Menschen möchten nicht belehrt werden, aber sie erzählen oft mit einer erstaunlichen Offenheit. Der Weg macht etwas mit ihnen. Sie werden ruhiger. Muskeln und Nerven entspannen sich.
Hermann Klas bietet auch Radpilgern an und einen Stadtpilgerweg in Hannover.
Eines ist für ihn eine besondere Freude: das Singen in den alten Kirchen. Er genießt die wunderbare Akustik und die Atmosphäre der Segensorte, zum Beispiel im Kloster Bursfelde.
Der Gesang berührt die Menschen. Da kommt etwas zum Klingen. Emotionen melden sich.
Wer mag, singt mit und erlebt, wie die eigene Stimme sich entfaltet.
Heidrun Kuhlman
