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Wolfgang Godglück, Pilgerbeauftragter im Kloster Amelungsborn
Mit diesem Willkommensgruß der Zisterzienser, mit dieser inneren Haltung empfängt Wolfgang Godglück die Pilger und Pilgerinnen im 900 Jahre alten Kloster Amelungsborn.
Er hat dort eine kleine Wohnung mit Blick auf den Kräutergarten, direkt neben zwei Doppelzimmern, die für Gäste auf dem Weg zur Verfügung stehen.
Wolfgang Godglück (was für ein schöner Name) war Richter in Hamburg. Der Übergang in den Ruhestand war für ihn eine große Zäsur. Er hatte das Bedürfnis, sich neue Inhalte zu suchen, nach dem zu fragen, was wesentlich ist, was in dem neuen Lebensabschnitt Halt und Sinn gibt.
Zunächst machte er eine Prädikantenausbildung und hat in seiner und anderen Gemeinden im Landkreis Harburg Gottesdienste gestaltet. Auf seine Predigten bekam er viel positives Feedback. Menschen konnten sich gut darin wiederfinden, wenn er Bibeltexte mit eigenen Lebenserfahrungen, mit Geschichten aus dem Alltag und dem Weltgeschehen verband. Diese Verknüpfungen waren ihm wichtig.
Später machte er eine Ausbildung zum Pilgerbegleiter. Er wollte Menschen auf dem Weg vermitteln, wie befreiend es ist, ein gläubiger Christ zu sein, geborgen bei Gott. Bodenständig, mit beiden Füßen auf der Erde und gleichzeitig in einer lebendigen Beziehung zum Schöpfer und Vollender allen Lebens.
Wolfgang Godglück gehört mittlerweile zur „Familiaritas“, der Amelungsborner Bruderschaft, in der Männer aus unterschiedlichen Berufen und Lebenssituationen zusammenfinden, aus allen Teilen Deutschlands. Im Mittelpunkt ihrer regelmäßigen Zusammenkünfte stehen die Gebetszeiten in der Klosterkirche, daneben gibt es Bibelstudien und Gespräche über den Glauben.
"Porta patet, cor magis!"
"Die Pforte steht offen,
noch weiter das Herz!"
Die Hälfte des Jahres lebt Wolfgang Godglück in der Nähe von Hamburg, im Haus der Familie, in dem die erwachsenen, längst ausgezogenen Kinder gern weiterhin die Gemeinschaft mit ihrem Vater pflegen. In der anderen Hälfte des Jahres wohnt er in Amelungsborn, minimalistisch eingerichtet, ohne Fernseher und andere Ablenkungen. „Alles hat seine Zeit“. Unter dieser Überschrift hat er Altes hinter sich gelassen und sich von vielem getrennt, um frei sein zu können für die neue Lebensphase.
Für die Pilger im Haus ist er ein bereiter Ansprechpartner, der in seinem Berufsleben als Richter ein hohes Maß an Weisheit gesammelt hat, der viel zu tun hatte mit Menschen in schwierigen Situationen.
Als Pilgerbegleiter hat er die Erfahrung gemacht, dass der Weg etwas mit den Menschen macht, sie vieles in einem anderen Licht sehen lässt.
Wolfgang Godglück vermittelt den Eindruck, als habe er Frieden mit sich und seiner Welt, Frieden mit Gott gefunden. Das macht ihn zu einem wertvollen Wegbegleiter in den alten Klostermauern und umzu.
Heidrun Kuhlmann
