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Stephanie Patzak, Pilgerbeauftragte in Wendthagen
Die letzten Meter sind anstrengend. Es geht steil bergauf. Vor der Kirche in Wendthagen steht die Küsterin Stephanie Patzak und empfängt die Pilger*innen mit offenen Armen und einem strahlenden Lächeln. „Willkommen“, sagt die Körpersprache. „Herzlich willkommen!“
Hier bist du gut aufgehoben mit dem, was du mitbringst, müde von den Wegen, die du gegangen bist, mit Druckstellen an den Füßen, mit einem Rücken, der Mühe hatte mit deinem Rucksack.
Du bist willkommen mit deinem Bedürfnis nach Ruhe und einer Tasse Kaffee, mit deinen Fragen nach dem weiteren Weg und dem, was du zu Haus zurückgelassen hast.
Und ein Pflaster für den linken Hacken gibt es auch. Hier ist ein Platz zum Verschnaufen!
Du bist willkommen bei Stephanie Patzak in der Kirchengemeinde Wendthagen. Das tut gut.
Wer hier ankommt, hat einige Kilometer hinter sich. Der Schrittzähler hatte bei 10 000 Schritten fröhlich geklingelt.
Herrlich, im Kühlschrank steht ein Kaltgetränk. In der Küche des Gemeindehauses sind die mitgebrachten Nudeln in Tomatensoße schnell zubereitet. Und wer mehr zum Essen sucht, um sich für den Weg zu belohnen, bekommt einen guten Tipp von Stephanie: Nicht weit von der Pilgerherberge entfernt gibt es „Dionysos“, ein gemütliches griechisches Restaurant, in dem man Kraft tanken kann für die nächste Etappe.
Die Einträge im Gästebuch sprechen für sich:
Da ist Dank für die freundliche Betreuung. „Alles ist wunderbar ... überwältigend engagiert ... wir wurden charmant willkommen geheißen ... wir haben eine umwerfende Gastfreundschaft erlebt!“
"Wäre es nur überall so wie hier!"
In der Kirche gibt es eine kleine Sitzecke für die Pilger. Da liegen Stempel für den Pass und Informationen zum Weg bereit.
So mag man es erleben: Die Feldbetten stehen im Gemeindehaus bereit, die Decken sind bezogen. Wenn es sein muss, holt Stephanie Patzak die Pilger von unterwegs ab, wenn Gewitter ist oder der Körper streikt. Sie ist erfrischend spontan. Wenn jemand den Wunsch hat, in der Kirche zu übernachten, dann baut sie die Feldbetten kurzerhand in der Nähe des Altars auf.
Normalerweise stehen die Feldbetten im Gemeindehaus. So kann es sein, dass man zur Nacht in Wendt- hagen ein Konzert des Posaunenchors miterlebt, bewegenden Chorgesang oder ein Frühstückstreffen. Der Gast ist mittendrin im Gemeindeleben!
Kein Wunder, dass manche Pilger*innen von einer „Oase nach einer gewissen Erschöpfung“ sprechen. Gastfreundschaft wird hier großgeschrieben. In Wendt-hagen bekommt dieses Markenzeichen von Kirche eine liebenswürdige Gestalt.
„Wenn es dir gut tut, dann komm! Hier bist du gut aufgehoben!
Komm, wie du bist – und vielleicht gehst du verändert weiter: freier und leichter!“
Bevor es weitergeht, über den Bückeberg ins Auetal, schreibt jemand ins Gästebuch:
„Wäre es nur überall so wie hier.“
Menschen, für die es wichtig war, haben hier ein Bett, ein Dach über dem Kopf, eine lebendige Gemeinde und eine wunderbare Begleiterin gefunden.
Das bleibt im Gedächtnis. Dass es so etwas gibt, ist gut zu wissen!
Heidrun Kuhlmann
