Wir starten in Loccum mit dem Pilgersegen
und gehen dann auf den alten Wegen
um dem Alltag zu entrinnen,
Ruhe zu finden, sich wieder besinnen.
Zusammen reden und lachen,
zusammen etwas Besonderes machen,
gemeinsam schweigen, den Gedanken nachhängen
Sorgen und Kummer nicht mehr verdrängen
Oft sprechen Menschen uns an,
denken, dass man Pilgern vertrauen kann,
gehen mit uns ein Stück,
erzählen uns ihr Leid und Glück.
Abends dann ein herzliches Willkommen,
fremde Menschen, die uns aufgenommen,
zusammen sitzen, lange Gespräche führen,
wieder Schicksale, die uns berühren.
Am nächsten Morgen ein „Auf Wiedersehen“,
wir müssen und wollen weitergehen,
durch Nebel, den die Sonne durchbricht,
auf hellen Wegen im Sonnenlicht.
Singende Vögel in Sträuchern und Bäumen,
bunte Blumen, die die Wege säumen.
Schattige Wälder, kleine Bäche und Seen…
Vater im Himmel, wie ist die Welt schön.
Kleine Kapellen am Wegesrand,
Kirchen, in denen für Pilger Wasser stand.
Voll Frieden und Stille, zur Einkehr gedacht,
und ein Ort wie Friedland, der betroffen macht.
Auch strömender Regen, der Rucksack so schwer,
sengende Hitze, kein Wegzeichen mehr,
schmerzende Füße, fast am Ende der Kraft….
dann Volkenroda, es ist geschafft.
Eine letzte Andacht, ein gemeinsames Gebet,
dankbar für alles, was wir erlebt.
Dann sitzen wir im Zug, in Gedanken versunken –
und spüren, wir haben die Ruhe gefunden.
Brigitte Ehrlich

