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Christa Sahlfeld, Pilgerbeauftragte im Auetal
So hat es eine Pilgerin in das Gästebuch der kleinen Kapelle in Rehren im Schaumburger Land geschrieben.
Die Kapelle stammt aus der spätgotischen Zeit. Sie gibt Menschen in aller Schlichtheit das Gefühl, willkommen zu sein. „Lärm, Hitze, Unruhe und Sorgen dürfen draußen bleiben. Hier komme ich zur Ruhe! Hier fühle ich mich aufgehoben mit allem, was ich mitbringe.“
Christa Sahlfeld ist die Regionalbeauftragte für die Pilgeretappe zwischen Bückeberg und Fischbeck. Sie wohnt 100 m von der Kapelle entfernt und ist hier schon als Kind ein- und ausgegangen.
Seit Generationen bewirtschaftet die Familie einen Bauernhof. Man ist vertraut mit dem großen Rhythmus des Lebens, mit dem Denken in Generationen, mit dem Satz: „Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“ (Evangelisches Gesangbuch 508, 2)
So wächst eine besondere Beziehung zum Glauben. Neben all dem, was Menschen leisten, wissen und können, ist das Leben ein Geschenk!
Ab und zu ergeben sich intensive Gespräche mit den Pilgern. Gern nimmt die Lehrerin sich Zeit dafür. Und wenn ein Pilger erschöpft bei der Kapelle ankommt, wenn es spät geworden ist und die Kraft nicht mehr reicht, dann fährt Christa Sahlfeld ihn zur nächsten Pilgerherberge im benachbarten Kathrinhagen. Gern bietet sie Hilfe an, lässt niemanden allein!
Eine Pilgergruppe feierte den Abschluss ihres Weges im traumhaften Garten des Bauernhofes neben der Kapelle, einem kleinen Paradies an der Aue. Bei Kaffee und Kuchen gab es viel zu erzählen – vom Pilgerweg und von den Lebenswegen der Gäste. Willkommen sein, am liebevoll gedeckten Tisch sitzen, sich austauschen, das tut gut! Die Gemeinschaft am Tisch spielt eine tragende Rolle in der Kirche. Die Gäste haben sie genossen – und die Gastgeberin auch.
Orte wie dieser öffnen das Herz
Eines schätzen die Pilger in der Kapelle besonders:
Die kleinen Söckchen, die von Frauen in der Kirchengemeinde liebevoll gestrickt werden. Mehrere Hundert werden jedes Jahr verschenkt. In jedem Söckchen ist ein Spruch, ein Segenswort, ein Gebet – alles handgeschrieben von Christas Mutter.
Erstaunlich, wie Worte einen Menschen bewegen, trösten, ermutigen können. „Als sei es nur für mich geschrieben, passend zu der Situation, in der ich mich gerade befinde!“ So hat es mancher gesagt. Das Söckchen findet häufig seinen Platz am Rucksack der Pilger*innen und wird zu einem freundlichen Wegbegleiter!
Die Kapelle in Rehren ist ein Kleinod. Das Fenster in der Ostwand stellt den Heiligen Geist dar. Die Kraft, die lebendig macht, die neue Gedanken schenken, Mut machen und Leben verändern kann.
Bis heute erfahren Menschen, dass ein Moment, ein Wort, eine Begegnung etwas in ihnen auslöst, wieder vertrauen lässt oder mutig macht. Man kann wieder aufeinander zugehen, die Hand reichen, das Alte mit neuen Augen sehen. Da ist eine Kraft, die über unsere Kraft hinausreicht!
Ja, das haben Menschen erlebt! Sie bewahren es wie einen Schatz.
Da ist auf dem Weg eine kleine Kapelle, von der eine große Wirkung ausgeht!
„Orte wie dieser öffnen das Herz!“
Unsere Worte sind dafür zu klein.
Christa Sahlfeld kann einiges dazu erzählen.
Heidrun Kuhlmann
