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Hubertus Menke, Regionalbeauftragter im Göttinger Land
Einmal im Jahr lädt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern zu einem Pilgerforum nach Nürnberg ein. Verschiedene Pilgerwege stellen sich dort vor. Es gibt Fachvorträge, Workshops, Tipps und Informationen.
Wer pilgern möchte, aber noch unentschlossen ist, findet hier kompetente Gesprächspartner, reichlich Literatur zum Schmökern und zur Inspiration. Wer Pilgerbegleiter oder Wegewart ist, zum großen Orga-Team eines Weges gehört, der schätzt den Erfahrungsaustausch und die Begegnungen mit anderen. Das Netzwerken ist an dieser Stelle von großer Bedeutung.
Einer der begabtesten Netzwerker des Pilgerweges von Loccum nach Volkenroda ist Hubertus Menke aus Jühnde. Mit Begeisterung und Kommunikationstalent steht er hinter dem kleinen, aber feinen Stand beim Pilgerforum und präsentiert „unseren“ Weg. Neben all den schillernden Angeboten vom Franziskus-, Olavs- und Jakobsweg kommt er bescheiden daher; aber viele Besucher bleiben stehen und sind erstaunt, wie professionell dieser Weg von Loccum nach Volkenroda strukturiert ist und welche Angebote er bereithält.
Hubertus Menke knüpft Kontakte und setzt seine im Beruf erworbene Begabung im Management ein. In den Gesprächen am Stand geht es um Inhalte, Erfahrungen und geistliche Themen. Wer möchte, bekommt ein Segensarmband.
Das Netzwerken hat Hubertus Menke in seinem Heimatdorf gelernt. Er ist Ortsheimatpfleger in Jühnde. Der Ort ist mit seinen 700 Einwohnern relativ klein – aber oho! Jühnde war das erste Bioenergiedorf in Deutschland. Das Ziel war, den Energiebedarf des Dorfes durch regenerative Energieträger zu decken. Dieses Ziel wurde erreicht. Dadurch wurde Jühnde als Bioenergiedorf weltweit bekannt. Besucher kamen aus der ganzen Welt, um von den Erfahrungen zu lernen.
Netzwerker, Herzensmensch
und Weltgestalter
Heute gehört die Anlage nicht mehr den Jühndern, aber es wird immer noch doppelt so viel Ökostrom erzeugt, wie der Ort selbst verbraucht, und die Häuser werden immer noch durch das Nahwärmenetz beheizt.
Hubertus Menke ist Pilger- und Wegbeauftragter der Trinitatisgemeinde Jühnde-Barlissen-Meensen und Regionalbeauftragter für das Göttinger Land. Zu seinem Gebiet gehört die 2008 eingeweihte St. Bernhardskapelle. Unterhalb des Hohen Hagen bietet sie einen herrlichen Ausblick auf den Harz inkl. Brocken, über das südliche Göttinger Land, das Eichsfeld, den Hohen Meißner und den Kaufunger Wald.
Es gibt Momente, die sich bei den Pilgern einprägen, zum Beispiel die grandiose Perspektive, die sich ihnen an der Kapelle bietet. Da ist ein Ort, an dem sie Freiheit und Weite spüren.
Im Gästebuch, das in der Kapelle ausliegt, berühren manche Eintragungen, wenn Menschen schreiben, was sie empfunden haben.
Hubertus sorgt mit vielen anderen Engagierten dafür, dass dieser Ort gepflegt wird und dass es Spenden für die Instandhaltung gibt. Sie liegt den Dorfbewohnern am Herzen, die „rote Kapelle“, die sogar einen Glockenturm hat. Sie ist ein beliebter Treffpunkt. Hier erzählen sich Menschen die Geschichten des Lebens und nehmen teil an dem, was andere bewegt.
Ein Netzwerker ist in einer Dorfgemeinschaft und auf dem Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda ein wertvoller Schatz. Er kann viele erreichen und motivieren.
Bei allem Engagement, in allem Auf und Ab seines Lebens genießt Hubertus Menke die stillen Zeiten, in denen er Kraft schöpfen kann, in denen er sich aufgehoben weiß, zum Beispiel beim Abendgebet im Kloster Bursfelde.
Heidrun Kuhlmann
