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Kerstin Ahlborn, Pilgerbeauftragte in Schönhagen
Pilgerwege bieten immer wieder Gelegenheiten zum Staunen!
Zum Beispiel in Schönhagen im Solling und der bezaubernden Landschaft umzu, dem ErlebnisWald Solling mit dem Baumhaushotel, einem Freizeitsee, dem naheliegenden Hutewald Solling mit halbwild lebenden Heckrindern und Exmoorponys.
Pilger werden hier mit offenen Armen aufgenommen. Sie begegnen einer überaus gastfreundlichen Kirchengemeinde und fühlen sich aufgehoben mit dem, was sie mitbringen und suchen!
Im Gemeindehaus stehen zwei Betten, WC und Dusche zur Verfügung und die Möglichkeit, die bestens ausgestattete Küche zu benutzen.
Einen besonderen Charme hat die kleine Herberge mit ihren dicken Natursteinmauern, die durch den Umbau des alten Backhauses entstanden ist. Sie bietet vier Schlafmöglichkeiten (zwei oben, zwei unten), ein WC und eine kleine Sitzmöglichkeit. Alles, was müde Füße brauchen.
Zum Staunen ist in Schönhagen die Lebendigkeit der Kirchengemeinde. Pfarrsekretärin Kerstin Ahlborn erzählt von einer verlässlich geöffneten Kirche, in der ein „Ewiges Licht“ brennt als Zeichen für die immerwährende Gegenwart Gottes.
Am Kerzenbaum unter der Kreuzigungsgruppe können Besucher zur Ruhe kommen, beten und Kraft schöpfen. Die Martin-Luther-Kirche ist ein heller und freundlicher Raum, in dem Menschen ihr Leben und ihren Glauben teilen.
Für Pilger, die das Bedürfnis haben, mit jemandem zu sprechen, bieten sich rund um Kirche und Gemeindehaus viele Gelegenheiten. Die vielfältigen Angebote der Gemeinde sind offen für Gäste. Und wer etwas Essbares sucht: Der Bäcker und Schlachter im Ort freuen sich auf einen Besuch.
Kreativ, vielseitig, weltoffen
Man höre und staune: Ein Viertel der Pfarrstelle wird von der Gemeinde durch Spenden und den Erträgen der Stiftung „Kirche im Dorf“ finanziert!
Ein großer Kreis von Ehrenamtlichen ist engagiert in praktischen Aufgaben, im Besuchsdienst, in den Gemeindekreisen und in der Begleitung von Pilgern.
So viele Begabungen, so viele Lebens- und Glaubensgeschichten und die Erfahrung, dass die Gemeinschaft eine große Kraft gibt, weil sie von der Kraft Gottes, vom Segen lebt!
Kerstin Ahlborn ist Pfarramtssekretärin, eine überaus kreative Frau. Sie hatte die Idee zu einem „Escape-Room“ in der Gemeinde, in der Luthers Wartburg-Zimmer nachgebaut wurde und sie mit anderen Ehrenamtlichen als Spielleitung das Geschehen im Nebenraum verfolgt. Auch die Idee für eine lebensgroße Krippe vor der Kirchentür, die sich im Advent nach und nach mit Leben füllt, wurde von ihr mit ins Leben gerufen.
Hauptberuflich ist sie beim Naturpark Solling-Vogler angestellt und zuständig für besondere Projekte, wie zum Beispiel die zertifizierte Qualitätswanderregion mit zahlreichen Wanderwegen, zu denen auch der bekannte „Weserbergland-Weg“ gehört.
Wie ist das mit Wandern und Pilgern?
Es gibt viele Parallelen. Hippokrates, der griechische Arzt, hat gesagt: „Gehen ist des Menschen beste Medizin!“ Die Natur intensiv wahrnehmen, sich an der frischen Luft bewegen, entschleunigen, sich erden, den Kopf frei bekommen, das verbindet Pilgern und Wandern!
Die Pilgerbegleiter sprechen häufig vom „Wandern plus“. Pilgern ist die Suche nach dem Grund, aus dem alles entspringt und auf den alles zuläuft, der dem Leben Sinn und Halt, Orientierung und Kraft gibt, der den Menschen über sich selbst hinauskommen lässt.
Heidrun Kuhlmann
