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Sabine Brennecke, Regionalbeauftragte Region Weserbergland-Vogler
Mit wachsender Begeisterung hat Sabine Brennecke darin gelesen. „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling, das wohl bekannteste Pilgerbuch seinerzeit, hat sie wie viele andere Menschen berührt. Es lädt ein innezuhalten, das Vertraute zu hinterfragen, neue Wege zu suchen und zu gehen.
Sabine Brennecke aus Halle bei Bodenwerder hatte nie zuvor etwas unterstrichen in einem Buch, lieber hatte sie die wichtigsten Gedanken in ein Notizbuch geschrieben. Aber dieses Buch war für sie eine Lektüre der besonderen Art. Es hat sie be-wegt, hat in ihr etwas angetippt, eine Sehnsucht geweckt.
Suchen, was wesentlich ist, was passt und nicht mehr passt. Da waren die Fragen: „Wovon habe ich zu viel und wovon habe ich zu wenig? Wo suche ich mehr Leichtigkeit und Lebendigkeit?“
„Gott ist der Film und die Kirche ist das Kino, in dem der Film läuft.“ Dieser Satz wurde im Buch eingerahmt, wie viele andere Sätze auch.
Eines stand fest: Sabine wollte pilgern, wollte Ähnliches erleben wie das, was Hape Kerkeling beschrieben hat. Es ging nicht gleich nach Santiago de Compostela. Es war bescheidener: Im hessischen Baunatal hat sie sich mit ihrem Mann Lothar einer 50-köpfigen Pilgergruppe angeschlossen. 10 Tage lang waren sie mit einem Pastor unterwegs – und haben gestaunt, was der Weg, was die Gemeinschaft, die Gebete und Lieder, die begleitenden Texte in ihnen bewirkten. Sie haben einen völlig neuen Zugang zum Glauben bekommen. Wie das so ist: 1000 Mal gehört – und auf einmal bewegt es etwas in dir!
Es ist spannend, wenn sich ohne unser Zutun im Leben etwas fügt: Unmittelbar in der Heimat von Sabine und Lothar Brennecke verlief seit zwei Jahren der Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Für diesen Weg wurden Pilgerbegleiter*innen ausgebildet. Das war’s! Ja, Menschen auf dem Pilgerweg begleiten, auf der Teilstrecke
Am Anfang war das Buch
zwischen Hameln und dem Kloster Amelungsborn. Dieser Wunsch ließ sie nicht mehr los. Das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ passte gut zu Sabines Aufbruchstimmung.
Mit stets neuen Ideen und Inhalten hat sie gemeinsam mit Peter Kluwe aus Hameln Pilgerwanderungen angeboten. Zu den Jahreszeiten, zum Lied „Geh aus, mein Herz und suche Freud“, im Advent zum Thema „Wir folgen dem Stern“. Bei den Teilnehmer*innen hat Sabine Brennecke große Emotionen erlebt, beim Schweigen und in Gesprächen, in denen manches gesagt wurde, was ein Mensch ansonsten lieber für sich behält.
Wer unterwegs einer Schafherde begegnet, der hört die Worte aus Psalm 23 ganz neu: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln .... Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich!“ „Du bist bei mir“, damit lebt und geht es sich anders durchs Leben. Damit bist du anders unterwegs auf den Wegen, die du zu gehen hast.
Sabine fühlt sich reich beschenkt. Dankbar denkt sie an Menschen, besondere Momente und wertvolle Begegnungen. Sie hat den Glauben mit allen Sinnen erlebt. Nicht nur im Kopf. Sie ist eine der guten Seelen des Pilgerweges, die das Begleiten der Pilger*innen inzwischen an ihren Mann Lothar übergeben hat. Dafür hat sie das Amt einer Regionalbeauftragten übernommen.
Den Impuls des Schweizer Pfarrers und Schriftstellers Kurt Marti hat sie für sich entdeckt und auf ihren Pilgertouren weitergegeben: „Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen!“
Heidrun Kuhlmann
